R E C E N T

Kirschblütenfrost

Viel zu lange, und doch erst einen Moment, ist sie bereits auf dieser Suche. Auf dieser Suche nach einem nicht ganz greifbaren Etwas, das si...

7/27/2017

Nocturnal

Manchmal frage ich mich
Im Stillen und ganz heimlich
Warum ich eigentlich nicht schlaf,
Wie ich das denn immer schaff.
Tiefe Nacht, der Himmel schwarz,
Und Leute haben ihren Spaß:
Geh'n zur Disco, geh'n zum Club
Geh'n zur Kneipe, geh'n zum Pub
Saufen sich die Leber wund
Kriegen Zungen in den Mund
Kotzen sich die Seele raus
Zieh'n sich die Klamotten aus.
Nehmen sich wie Schmerztabletten
Die sie morgens gerne hätten
Wenn der, der zuviel gezecht
Unter dem Absinthe ächzt,
Behauptet, "sowas mach ich nimmer" -
Kennt man, ist gelogen, immer.

Sitze, liege, texte rum
Und find die Reime selber dumm.
Doch anstatt mich vollzusaufen
Lass ich die Gedanken laufen
Auf's Papier, die Tastatur
Ist ja ob des Spaßes nur.
Jetzt genug von dieser Scheiße
Sowahr ich David Fischer heiße.
Rommelbommel, der spazierte
Stolperte, fiel, und krepierte.
Fragt mich bitte nicht, warum
Ich find's - wie gesagt - selber dumm.

7/23/2017

Eine Ode

Ich mag deine Umarmung.
Ich mag deinen Geruch.
Deinen gleichmäßigen Atem,
Deinen abendlichen Besuch.
Ich hasse deine Gäste.
Ich hasse deinen Fluch.
Dein schlechter Ruf, er findet sich
In so manchem Kinderbuch.

Ich mag deine zarten Hände.
Ich mag deinen fahlen Kuss.
Deinen Mund an so mancher Stelle,
Das Kribbeln in der Brust.
Ich verehre deine Leere.
Dein Anblick ist für mich ein Muss.
Kann dich doch nicht entbehren,
Mach niemals mit mir Schluss.

Ich mag deine dunklen Augen.
Ich mag deine schmutzigen Tricks.
Die verführerische Niedertracht
Und den Zauber des Augenblicks.
Ich hasse deinen Partner
Denn du erfüllst mich mit Glück.
Er hingegen lässt mich und andere
Oft geschunden zurück.

7/22/2017

Eine Unterhaltung, Teil II

Ich sagte einmal
Lass uns fortgehen, einfach weg
Von dieser Welt, die uns verschlingt
Die Spirale aus Alkohol, Drogen
und jungen Mädchen, mein Leben
schien dich zu zerfressen, langsam.
Bitte geh alleine, meinte ich stumm
Ich möchte nicht geh'n, doch
Für dich würd' ich's tun
Lass uns wir sein - nur woanders
Du nicktest kaum merklich
Und dachtest vielleicht:

Sieh ihn dir an, er lügt schon wieder
Große Worte, doch leider nicht mehr
Möchte mir Illusionen machen
von Tagen zu schön, um wahr zu sein.
Dein Schwarz ist schwarz und bleibt es auch immer,
Doch ich bin weiß, bin Neuschnee
Du lächelst traurig, scheinst dich
an dir zu schneiden
Und ich bin mir sicher
Wir werden nicht gehen.

7/17/2017

Sew

Forgive me, forgive me, father forgive me for I have sinned
Believe me, believe me, mother I'm willing to do it again and again
You never understood at all how I could let this happen, how I could this tragedy of a life happen to the mess that I've become
This tragedy: my symphony, catastrophe within me
My misery: the unity of all the lives within me
I am split, fucking split, from the head to the feet, from body to soul, my Alpha's my Omega.
Order and Chaos, my duality, are existing in unity right here inside of me.
Forgive me, forgive me, father forgive me for I have sinned and will continue to do so every day until it ends.

Life has given us a promise, my dear
Seems like you haven't understood yet but to me it seems so clear: we're promised to death, each of us, since day one
So live your life without regrets, get on your feet and move on, move on
Sew the eyes of immorality shut, don't let it blink through the bandage, sew its eyes up. We're all together, alone in this dying, cruel world, surrounded by fallen statues, let us have our voices heard:

Life has given a promise to me, and the day that I finally close my eyes eternally, the other side will take my duties
The winner takes it all, so let us lose this game together while we're standing fucking tall.
Darling, please be my nothing because they say nothing lasts forever and remains the same
And if it's true I'd give up everything just to ensure, that there is nothing left to take me away from you.

Promised to death.
Take my last breath.
Promised to death.
Take, take me away from this place, fuck.

There is still something left for me to say, there is still someone to insult before I end my life today: you're all just bullshit maggots and you know who you are, don't want to leave things unsaid, unfinished, or even undone.
If you weren't so worthless to me I would break all your fucking necks, slit your throats with dull daggers and burn your corpses black, but since I...
Stopped caring about you all long ago, you're lucky and alive, I just wanted to let you all know:
There is nothing like forgiveness in my cold dead heart, before I forget what I stand for I'd rather rip myself apart.
Do not hope for forgiveness, do not beg for mercy, just don't fucking try to double-cross me.
Do not hope for forgiveness, do not beg for mercy, just don't fucking try to double-cross me.
Save this for next life and hang yourself
I give you a promise - you'll see me in hell.

Life has given a promise to me, and the day that I finally close my eyes eternally, the other side will take my duties
The winner takes it all, so let us lose this game together while we're standing fucking tall.
Darling, please be my nothing because they say nothing lasts forever and remains the same
And if it's true I'd give up everything just to ensure, that there is nothing left to take me away from you.

7/13/2017

Eine Unterhaltung, Teil I

Du sagtest einmal
Lass uns fortgehen, einfach weg
Von dieser Welt, die uns verschlingt
Raus aus diesem Strudel
aus Alkohol und Drogen
Und jungen Mädchen, zu jung
Gehen wir gemeinsam, hast du gesagt
Gehen wir an einen besseren Ort
Lass uns wir sein - nur woanders
Ich nickte, ganz laut
Und sagte mir stumm:
Niemals, sagte ich
Das wird niemals passieren
Es fasziniert dich zu sehr, all das Leid
Die Brüchigkeit, die Flüchtigkeit des Lachens
Der Launen, Momente und Menschen
Wir werden hier bleiben, sagte ich stumm
Wir werden verrotten und ich stetig bereu'n
Werden wir sein - und verlieren
Ich lächele ehrlich
Und ersticke daran.

7/09/2017

Tetrapaktristesse

Wäre das nicht praktisch.
Emotionen im Glas, oder besser, im Tetrapak:
Begeisterung, Spaß,
Freude, Neugier, Ekstase, Glück
Aufdrehen, schlucken, und kein Weg zurück.
Wieder verschließen? Nicht nötig, trink aus! Schon strömt aus den Menschen die Freude hinaus.
Hinaus in die Welt, in die Flüsse, das Meer!
Das Grundwasser voll Endorphine bald wär'!
Menschen und Bäume, Pflanzen und Vieh, lebten schnell nicht mehr in Disharmonie.
(Sondern in peacevoller unity!)

Oh nein, welch ein Unglück - Rückrufaktion!
Tristesse schlich sich ein, dazu Hass, Spott und Hohn.
Gewaltbereitschaft in den knickbaren Ohren
Selten so schnell die Kontrolle verloren.
Wieder verschließen? Wozu, verdammt?! Nein, wir ziehen brüllend und prügelnd durch's Land. Drücken der Menschen Gedärme heraus, schon sickert aus ihnen der Frohsinn hinaus!
Mit Blute versetzt in die Flüsse, die See!
Das Grundwasser schäumt ob der Rage, oh je!
Menschen und Bäume, Pflanzen und Vieh, lebten bald wieder in Disharmonie.
(Nix mehr mit peacevoller unity.)

Drauf geschissen, dann doch lieber Milch...

Lyrischer Suizidmonolog I

Wir rauchen zusammen
Ich und du, du und ich, wir beide
Jeden Tag, wenn wir gemeinsam aufstehen
und uns fragen
Was diese Scheiße eigentlich soll.
Da stehen wir, am Fenster, rauchend
Zu zweit, gespalten, allein
Und mittendrin: Borderline.

Wir laufen zusammen
Ich und du, du und ich, wir beide
Jeden Tag, wenn wir gemeinsam losziehen
und uns fragen
Wieso wir das eigentlich tun, denn
Wir könnten am Fenster stehen, rauchend
Zu zweit, zu dritt, gespalten, allein
Und mittendrin: Borderline.

Wir weinen zusammen
Ich und du, Müllers Kuh - scheiße.
Ich und du, du und ich, wir beide eben
Wie immer. Jedes Mal, wenn wir gemeinsam zusammenbrechen
und uns fragen
Wieso wir eigentlich noch am leben sind, denn.
und uns sagen
Dass wir's eigentlich einfach lassen könnten, denn
Wir könnten am Fenster stehen, rauchend, betäubt
Zu zweit, dritter Stock, neuneinhalb Meter, reicht locker, gespalten, allein
Mit Borderline.

Wir schreien zusammen
Ich und du, du und ich, wir beide
Wir tanzen zusammen
auf dem Vulkan - Dynamit und Napalm, tagein, tagaus.
Alle meine Entchen. Sind schon lange tot.
Künstliches Delirium. Lächeln oder P-Station, du hast die Wahl, entscheide mich.
Denn ich
Will nicht. Werd nicht. Kann nicht.

Wir rauchen zusammen
Ich und du, du und ich, wir beide mal wieder
Jeden Tag, wenn wir beide mal wieder gemeinsam aufstehen
und uns beide mal wieder fragen
Was diese Scheiße eigentlich soll.
Da stehen wir mal wieder, ein scheißperfekter Kreis
Zu zweit und, mal wieder, gespalten, allein
Und mittendrin: Borderline.

7/03/2017

Parkhausromantik (Ein Genicht)

Blauer Himmel, von Wölkchen verziert
Grüne Büsche, beschmetterlingt
Grauer Beton, im Sonnenschein
Gleichgültigkeit in vollendeter Form.

Neben mir Menschen, sechzehn vielleicht
Genießen das Gras, den Vodka, den Spaß
Am Horizont das Eisenwerk und
Gleichgültigkeit in vollendeter Form.

Es ist schnöde Parkhausromantik:
ein - mein - perfekter Moment.
Sonnige Aussichten, egal wie man's nimmt -
Gleichgültigkeit in vollendeter Form.

Du fehlst mir, immer
Auch jetzt, auch hier
Deine Haare und Augen,
Frag' mich, wo sie sind
Von Gleichgültigkeit plötzlich keine Spur mehr
Wann werd' ich dich wiedersehn, werd' ich überhaupt?
Ich hoffe es. Der Rest ist mir ziemlich egal.
Der Gleichmut, er ist in der Überzahl.
Denn er ist alleine und ich ohne dich
Also so gut wie überhaupt nicht.

6/07/2017

Homunculus

I confess that I have the feeling of someone, of something living inside of my head.
A being, a creature, an obscure creation of intellectual character, complex-minded and twisted.
This creature has rarely been noticed, and if so, by myself in the deepest of sleep phases --
seemingly just delusion, but gradually I realised that the being's presence is utter reality (to me).
I have not yet learned what it stands for or what it is at all, I have just learned to accept it as a part of my existence. Though there is Chaos inside of and I endeavour to arrange me, I feel that something's working against (my attempts). I presume that it is the creature, alas fighting or controlling has not been an worthwhile option to me up to now.

Cause I have come to realise that there's a public misconception over the duality of Order and Chaos.
Order and Chaos have never been opposing fronts, since mankind tends to fabricate one out of the other. We deny the coexistence of the both states, like in general, we deny the coexistence of all. Let the archaic masks fall.

There are beliefs which spread the word that there's a devil.
There are beliefs which spread the word that there's a hell.
And there's a world inside of me I do not tend to comprehend, though I can say and reassure that my layered mindset is obscure.
There is a Satanist living inside,
as there's a Christian and an Atheist, too.
I am negating the belief that only Order brings relief,
like I am neglecting the common fact that everyone deserves respect.
The Homunculus inside, he who has taught me unlearned science shall be my mute companion until the day I leave this world behind
Transcending to another...
Transcending to another one...
Transcending to a higher one...
Ascending to something else -- to somewhere beyond this realm.
Ordo ab Chao. Chao ab Ordo.
Coexistence, or nothing at all.

I confess that I have the clarity, I pledge upon my oath: the Homunculus inside has addressed me tonight. Opening my eyes while I was sleeping let me descend into its handmade home, its notional throne.
A seemingly tiny version of a human's conception, neuter and with flamingly hair. Consuming itself in a continual process, being its own procession in the same tick.
A Leviathan's Cross and mercury on its chest. The symbol of air representing its null breath.
With ashen eyes, it looked at me. Reclaiming my bygone morality.
With the Leviathan's Cross, under the banner of sulphur, he's burning my surreality down to the ground. For a second, just for a glimpse, I see behind the lies of my mind, see through the disguise.
The veil hides a war on two fronts, but I cannot perceive if one of them is real.

I see Laneor, see the Keeper, the Thaumaturgist standing atop, gazing down, sublime like a king.
By the next breath, the scenery disappears and I awake, left with the stench of ignorance.
Is there a truth or has it all been a farce?
Is there reality or only untruth inside of me?
What is this dichotomy -- is there a sense deep down in the duality -- will I see the night of day?

There are beliefs which spread the word that there's a heaven.
There are beliefs which spread the word that there's a god.
And there's a world inside of me I do not tend to comprehend, though I can say and reassure that my layered mindset is obscure.
There is a Satanist living inside,
as there's a Christian and an Atheist, too.
And the Homunculus inside has addressed me tonight,
I am negating the belief that only Order brings relief, like I am neglecting the common fact
that everyone deserves respect.
The Homunculus inside, he who has taught me unlearned science shall be my mute companion until the day I leave this world behind
Transcending to another...
Transcending to another one...
Transcending to a lower one...
Descending to something else -- to somewhere beyond this realm.
Ordo ab Chao. Chao ab Ordo.
Coexistence, or nothing
Nothing at all.

5/26/2017

Über Teerleichen

Ich sehe dich an, wie du vor mir liegst
So alt und grau, so kalt und verbraucht
Vor ein paar Stunden noch, als die Sonne dich anbrüllte
Hast du vor Hitze geglüht
                                         und jetzt?
Nichts.

Ich zünde mir eine Zigarette an
- mit einem Streichholz, denn Ordnung muss sein -
Lasse das Holz los, rauche und schaue,
Es landet auf dir
                          und du tust.
Nichts.
Wie typisch für Leichen.

Ich trete dich mit Füßen
Und da bin ich nicht allein
Doch du nimmst davon keine Notiz und.
Liegst weiter da rum. Grau.
Und tot.
Wie immer. Mal wieder - wie typisch für Leichen.

Du störst dich an kaum was
So scheint mir zumindest.
Brüche und Narben zieren dein Gesicht.
Doch hab ich noch nie eine Klage gehört
Zumindest von dir nicht (und wer hätte mehr Grund?)
So typisch für Leichen. Ihr seid alle gleich
                                                                    und doch verschieden.

Die Teerleichen.
Die heimlichen Helden der Stadt.
Verbrecher und Helfer, Tod und Geliebter.
Tausend Gesichter, in einem vereint.
Und doch könntet ihr verschiedener nicht sein.

Limbus

Meine Gedanken splittern, sie zerbrechen an dir
Ich kann nicht in mich gehen, sonst schneide ich mich an mir
Mein Kopf gleicht einem Wespennest, meine Gedanken sind die Larven
Chaos zerreißt jede Faser von mir, im Kanon schreien zweiundvierzig Narben.

Stirb, geh ins Licht
Verlass diesen Ort, denn Ruhe findest du hier nicht
Stirb, gib den Widerstand, gib ihn auf
Zertrümmere den Bienenstock, steig endlich in den Himmel auf.
Stirb, geh von dieser Welt
Sei ehrlich zu dir selbt, was gibt es hier schon, das dich noch hält?
Stirb, schließ deine Augen und mach endlich Schluss
Dann steig mit mir hinab, mit mir hinab in den Limbus.

Ich hab vergessen, wie es ist, zu schlafen, kann mich einfach nicht erinnern
Stattdessen spür ich noch den kalten Tod von innen gegen meine Schläfen hämmern
Das Koma wird mich nie mehr wiedersehn, das hab ich mir geschworen
Doch such ich mich selbst ohne mich umzusehen, hab einen Teil von mir verloren
Verloren, gefunden, geheilt und geschunden, meine Bipolarität beschert mir blutende Wunden.
Verloren, gefunden, geheilt und geschunden, Bipolarität macht mich zur offenen Wunde.
Fuck
Meine Gedanken zersplittern, sie zerbrechen an dir
Ich bin nicht in mich gegangen, und doch verblute ich an mir
Ertrinke in der Flut meiner Emotionen, versinke in dem Sumpf meiner Depressionen.

Stirb, geh ins Licht
Verlass diesen Ort, denn Ruhe findest du hier nicht
Stirb, gib den Widerstand, gib ihn auf
Zertrümmere den Bienenstock, steig endlich in den Himmel auf.
Stirb, geh von dieser Welt
Sei ehrlich zu dir selbst, was gibt es hier schon, das dich noch hält?
Stirb, schließ deine Augen und mach endlich Schluss
Dann steig mit mir hinab, hinab in den Limbus.

Mutter der Träume, ich bin es, lass mich ein
Nur eine Nacht möchte ich in deinem Reich sein.
Mutter der Träume, gewähre mir heute Schutz
Sonst reißt es mich hinab, hinab in den Limbus.
Eine Bitte von Herzen, oh Mutter:
Pflanze einen Baum für deinen sterbenden Sohn.
Gib ihm zweiundzwanzig Jahre Zeit, um zu wachsen
Dann nehme ich Platz unter dem hölzernen Thron.

5/25/2017

Ich mag diesen Blick

Ich mag diesen Blick
den du manchmal hast,
wenn du denkst,
dass gerade niemand hinsieht.
Eine halbe Sekunde, länger nicht
Doch ich sehe ihn
Und ich mag diesen Blick.

Ich mag diesen Blick
obwohl ich mir denke,
dass es dir schlecht geht,
wenn du ihn hast.
Du sagst die Augen,
die seien der Spiegel zur Seele.
Und genau das befürchte ich, wenn ich ihn sehe.

Du sagst, ich säh' aus
als schliefe ich wenig.
Das ist wahr, denke ich
Und der Grund bist oft du
gewesen, zumindest, in den letzten Tagen.
Denn ich schließ' meine Augen und seh' diesen Blick.

Ich schweige und nicke, du redest und lächelst.
Ich sehe dich an und weiß, dein Lächeln, es lügt.
Doch sage ich nichts, denn es steht dir so gut.
Genau wie der Blick, der vom Hinsehen weh tut.

3/19/2017

Ich stelle mir vor

Ich stelle mir vor
Wie du deinen Kaffee trinkst
Langsam, vorsichtig
und schwarz, mit Süßstoff.

Ich stelle mir vor
Wie du dir morgens die Haare steckst
Vor dem Spiegel
Selbstkritisch, unzufrieden.

Ich stelle mir vor
Wie du deinen Feierabend verbringst
Mit deinem Freund vielleicht.
Oder. Auch nicht.

Ich stelle mir vor
Dass du dich von ihm     trennst.
Freitags in die Disco gehst
                                            und tanzt.
Zu wummernden Bässen
Im Stroboskoplicht.

Ich stelle mir vor
Dass du dabei Drogen nimmst
Kleine, bunte Pillen
und dich dem Rausch hingibst
Ekstatisch und leidenschaftlich
Stundenlang.

Ich stelle mir vor
Wie du danach wohl nach Hause kommst
Mit dem Taxi möglicherweise
- hoffentlich gut -
Dort vor dem Spiegel stehst
und weinst.

Ich stelle mir vor
Ich stelle mich vor
                               dich.
Ich sehe dir tief in die Augen.
In das Blau.
In das Braun.

Ich stelle mir vor
Ich spreche dich an
und sage
Ich stelle mir vor
Wie du deinen Kaffee trinkst.

2/21/2017

"Borderlinetagebuch"

Guten Tag, ich hab Borderline. Zudem konstruiere ich mit Wesen im Entwicklungsstadium stundenlang am Tag Sandburgen und stelle sie pädagogisch korrekt, nämlich mit dem Gesicht zur Wand in die Ecke, wenn sie mich nicht beim UNO gewinnen lassen.
Kurzum, ich bin Erzieher.
Nun ist Borderline eine Sache, die der breiten Masse nicht unbedingt bekannt ist. Und wenn doch, dann in 73% aller Fälle aus Green Days „Boulevard of Broken Dreams“. Das Lied ist übrigens absoluter Schrott wie ich finde, aber das tut hier ja nix zur Sache. Können das ja mal grade klären.
Mit Borderline gibt es zwei Arten von Tagen, quasi wie beim Fernsehprogramm. An einem Tag fühlt sich alles an wie der Film John Wick, allerdings nicht mit Keanu Reeves in der Hauptrolle, sondern eher einer brandheißen, zeigefreudigen Rothaarigen. Nackt. Die ganze Zeit. Auch in Kampfszenen. Vor allem in Kampfszenen.
Kurzum: absolut erste Sahne.
Die zweite Art von Tagen fühlt sich an wie ein Prominentenspecial von Wer Wird Millionär? mit Oliver Pocher, Daniela Katzenberger, Donald Trump und dem Typen von der Pegida als Gästen und moderiert von Markus Lanz. Die Titelmelodie neu eingespielt und vertont von und mit Marianne Rosenberg und in jedem Werbeblock sieht man Heino, wie er David Bowie Songs covert und sich dabei kleidet wie eine transsexuelle Aufstockprostituierte aus Uganda.
Kurzum: Schrott, absoluter Dreck.
Diese zwei Arten von Tagen variieren unwillkürlich, der Prozess ist nicht beeinflussbar und wirkt sich, oh Überraschung, auf die Stimmung aus. Ich hab das jetzt schon 'ne ganze Weile und mit der Zeit lernt man, sich damit zu arrangieren. Ich zum Beispiel find' einfach grundsätzlich alles doof. Das spart Zeit, Emotionen und meistens auch 'ne Stange Geld. Arbeiten und leben lässt sich damit trotzdem. Es ist nicht so, dass man die Krankheit nicht mehr merkt, man gewöhnt sich nur irgendwie dran. Wie mit diesem dezenten Schnupfen, der drei Monate lang nie richtig weggeht. Man putzt sich zwar hundert Mal am Tag die Nase, aber irgendwann macht es einem weniger aus. Läuft.
Wenn dann allerdings mal wieder einer dieser John Wick Tage kommt, trifft mich das meist genauso unvorbereitet wie alle anderen. Versteh'n Sie mich nicht falsch, es is' nicht so, als würd ich dann Blumensträuße kacken und auf Regenbogen über die Straße federn, aber ich bin dann zumindest so etwas wie gesellig. Nicht arg, aber schon so, dass es im Vergleich zu sonst auffällt.
Wieso erzähl ich das? Nein, ich will kein Mitleid. Ich will auch keine Rücksicht. Noch nicht einmal Verständnis will ich, zumindest nicht für mich. Ich möchte Klarheit schaffen. Es thematisieren. Dieses traurige Tabu, mit dem psychische Krankheiten noch immer behaftet sind, aus der Welt schaffen.
Ich liebe meinen Beruf. Und ich schätze jedes einzelne meiner Kindergartenkinder. Das habe ich schon immer, und das werde ich immer. Nur weil ich psychisch krank bin, bin ich nicht gesellschaftsunfähig. Ich bin kein schlechterer Erzieher. Ich bin auch nicht verrückt. Ich bin nur mal öfter nicht so gut drauf.
Ich verbringe meine Zeit nicht damit, voller Selbstmitleid ein Klavier anzuschauen, weil ich es nicht spielen kann, oder mir aus Selbsthass Schnittwunden zuzufügen. Ich tue ganz normale Dinge. Ich koche, spiele Karten, gehe spazieren, lese Bücher. Das ist Borderline. Nichts besonderes.

Ja, viele Tage sind Schrott. Aber mal ganz ehrlich – das sind die ersten Zeichnungen Ihrer Kinder auch alle gewesen, und das wissen Sie auch. Trotzdem haben Sie sich darüber gefreut. Oder zumindest so getan. Und genau das ist der Punkt. Ich bin wie Sie. Nur hab' ich eben immer Schnupfen im Kopf.

"Über Lebensziele. Und Worte."

„Dazu müssen Sie erst an mir vorbei!“, donnere ich grimmig und lasse den Besenstiel etwas härter als beabsichtigt gegen die Wand neben mir schlagen. Ich nehme Verteidigungsposition ein, leicht werde ich es ihr nicht machen, das kann sie vergessen. Komm doch her, denke ich mir und verziehe keine Miene. Jedoch muss ich innerlich lächeln... und genieße den Moment, denn „dazu müssen Sie erst an mir vorbei“ war einer dieser Sätze, die ich schon immer mal hatte sagen wollen. In etwa so wie „ich bringe diese Kinder jetzt in Sicherheit“ oder „ein Sturm zieht auf“.
Dies war er also.
So fühlte es sich also an.
Mein Moment, er war endlich gekommen. Ich sonne mich innerlich, lasse heroische Musik in meinem Kopf ertönen und spüre, wie mein Blut in Wallung gerät. Was noch von diesem vorbeiziehenden Moment übrig ist, atme ich regelrecht und möglichst tief ein, um mich für immer daran zu erinnern. Ich hatte eines meiner Lebensziele erfüllt – und das völlig unvorbereitet an einem Dienstag Nachmittag. Davon würde ich noch meinen Enkeln erzählen – sollte ich dazu denn noch die Möglichkeit bekommen.
„Und dann?“
Die Worte der jungen Frau vor mir reißen mich harsch in die Realität zurück. Die Musik stoppt abrupt, ich verlasse mein sonniges Plateau, verschlucke mich an meinem eigenem, übermäßig tiefem Atemzug und habe plötzlich nur noch verdammt heiß.
„Entschuldigung?“ Mein Gegenüber starrt mich immer noch an, sie wirkt verschüchtert. Ich lockere meine Körperhaltung. „Dazu müssen Sie erst an mir vorbei“, wiederhole ich ruhig, verabschiede innerlich den Moment, und fahre dann fort. „Am Ende des Ganges durch die Tür und die Treppe hoch. Oben dann einfach den Gang entlang, die Tür zur Turnhalle ist auf der rechten Seite. Sie können sie nicht verfehlen, es steht sogar dran. Darin finden Sie dann auch ihre Tochter.“
„Danke“, sagt die junge Frau und lächelt mir flüchtig zu, als sie an mir vorbei geht.
Gern geschehen, denke ich leise. Einen Moment lang stehe ich unschlüssig herum. So kann es also sein, denke ich mir. Hier stehe ich, kehre den Flur zur Mäusegruppe und erfülle dabei eben mal so eins meiner Lebensziele. Ich habe mir die Situation zwar anders vorgestellt – aber letztendlich konnte ich meinen Traum erfüllen. Meine Worte sagen.
Und wurde sogar noch von einer schönen Frau angelächelt.
Worte, denke ich.
„Namen sind Schall und Rauch“, heißt es doch. Und genauer betrachtet sind Worte auch nur Namen. Sie bedeuten nichts, und dann doch wieder alles.
Vielleicht sollten wir wieder anfangen, das Große im Kleinen zu sehen, anstatt es nur im weit Entfernten, Unerreichbaren zu suchen. Wie sagt man hier so schön? Großes entsteht immer im Kleinen. Nehmen wir uns das doch zu Herzen. Dann können wir bestimmt alle ein bisschen glücklicher sein.
Ich sammele mich und kehre weiter.

Worte, denke ich mir und muss lächeln. Dieses Mal sichtbar.

2/16/2017

Aus dem Tagebuch eines Denkers

Habe heute herausgefunden, dass es Motivkalender mit beruhigenden Motiven von Brot gibt. Das ist schön. Wir brauchen so etwas. Die Welt braucht so etwas. Allerdings war damit der Sache nicht Genüge getan. Nachdem ich mir ebenfalls die Werke "Strandkörbe 2018" und "Äpfel 2018" zu Gemüte geführt hatte, geriet ich ins Grübeln.
Warum sollte es keine Motivkalender mit Bildern von Dildos geben? Die Chancen standen ja ganz offensichtlich nicht allzu schlecht. Man verstehe mich nicht falsch. Es ist nicht so, als bräuchte ich persönlich einen Dildo-Motivkalender. Den generellen Gedanken an die Existenz eines solchen fand - und finde - ich allerdings auf eine apodiktische, geradezu toxische Weise faszinierend und fesselnd. So begab ich mich mittels meines Browsers auf die Suche nach besagtem Objekt.
Hier könnte jetzt ein Absatz über die Geschwindigkeit des Internet Explorers stehen und darüber, dass ich dann in zwei Wochen über die geladenen Ergebnisse berichten würde, jedoch verwende ich diesen Browser, dieses "Tool" nicht und habe nicht einmal ansatzweise eine Ahnung, ob die Gerüchte stimmen.
Man hört ja so einiges.
Kurzum, meine Suche verlief erfolglos. Ich stieß zwar noch auf den Motivkalender "Oliven" und zahlreiche erotische Adventskalender von Orion und dergleichen mehr (wobei ich mir unsicher bin, was Oliven mit Dildos zu tun haben - und es vorziehe, diesen Gedankengang nicht weiterzuführen), jedoch suchte ich ja lediglich nach einem Kalender mit Abbildungen dieser Geräte, nicht mit einem lebensgroßen hinter dem 24. Türchen. Nein, danke. Dem Gedanken, einem Misserfolg aufgesessen zu sein, mochte ich mich allerdings nicht beugen.
Nun bin ich ja von Berufs wegen von reichlich vielen Damen umgeben und auch in meiner Heimatstadt finden sich zahlreiche Exemplare dieser Art. Überlege nun ernsthaft, einfach wildfremde Frauen darum zu bitten, ihre Dildos ablichten und damit einen Motivkalender gestalten zu dürfen. Klänge dann ungefähr so: "Hallöchen und entschuldigen Sie, haben Sie einen Dildo und wenn ja, dürfte ich ihn für einen Kalender fotografieren?" Abstrus, ich kann die Ohrfeigen und Anzeigen jetzt schon sehen. Und fühlen. Müsste den Damen vorher klar machen, dass es mir nur um den Gegenstand geht, nicht um Handlungen, die damit stattfinden. Sollte zu machen sein. Ich könnte den ersten Dildo-Motivkalender gestalten. Die Welt verändern. Sicherlich. Wenn wir Kalender mit Motiven von Brot und Strandkörben haben - und erneut, ich bin davon überzeugt, dass die Welt diese in Zeiten von Spaßpolitik, Guerillakrieg und Lügen noch und nöcher schlichtweg braucht -, dann sollten wir auch Dildo-Motivkalender realisieren. Alle Menschen sollten davon erfahren. Alle Menschen würden davon erfahren. Würden meine Freundin auf der Straße entgeistert ansehen, und sie könnte mit Stolz behaupten: "ja, ja ich bin die Freundin von dem Typ mit dem Dildokalender-Einfall." Wildfremde Menschen würden applaudieren, ihr die Hände schütteln, Selfies mit ihr schießen wollen. Um Autogramme bitten, von ihr. Um von mir gar nicht erst anzufangen. Ich könnte den ersten Weltfrieden schaffen, nachdem wir uns schon so lange im Stillen sehnen, ohne uns darüber bewusst zu sein. Mal ehrlich.
Andererseits.
Ich schätze meine Ruhe.
Ich weiß, sie tut es auch.
Nun, dann eben nicht. Werde mich zurücklehnen. Die Idee steht hier. Man möge sie aufgreifen, Ruhm ernten, reich und berühmt werden. Wer auch immer, nur nicht ich. Die Welt verändern, schön und gut. Aber ich will meine Ruhe.

1/13/2017

I Never Spoke of Forever

Would you stay if I told you what's been eating me lately?
Would you listen if I told you that my inside's driving me crazy?
Would you accept this, or rather reconsider, recalculate?
Please listen to me as I unveil my state...

I hate to be so violent and I hate to be so heartless
But it is all that I can do and feel, it's all that I can be
I am sick of being tired and I tire of being sick
And I cannot believe I'm losing (again), but I believe I'm losing it.
Getting used to losing is what I did all these past years, as my days consisted of nothing
But trauma and fear
Further and further
Detached from the people, the few I cared about, the one I cannot be without.
Screaming her name in the dark, seeking her eyes in the sky
Skyshard - doesn't matter, out of reach anyway.

Daybreak and Daybreaker, what have I become?
Detoxed blood in my veins and it still feels wrong.

Some moments I spend with running over this blackened pages of my yesterdays
Nothing is what I mostly see, but beyond it, I remember your epiphany...
Sanguine hair, pale skin, blue-eyed angel, but a devil within
Abandoning what could have been without losing a word about what we have been.
And sometimes I still wonder, what fucking happened that tore us asunder
Pals since ever, no more, never, tell me why - I never spoke of forever.
Never, I never spoke of forever.

But you will be replaced.
Months ago, you were the one and some months in the future you’ll just be someone
You’ll just be someone I used to have feelings for,
You’ll just be a decision I don’t regret anymore.
You will be replaced and your name will be erased from its place within my heart.
You will be erased from your place within my heart, a place you roamed from the start.

I still hate to be so violent but I adore to be so heartless
And nothing, nothing can change my mind because you're goddamn fucking worthless
By now ire is all I've left for you, you'll join the fucking gap between chapter one and two
Good luck with fighting the malice you'll find there, you won't survive this blight
Prepare for your final fight.

(I never)
Neither war paint nor charms... (forever)
Neither soldiers, friends nor arms...
Will help you fight my catastrophe --
The pulsing, convulsing, catastrophic disease.
I never (I never) spoke of forever.
I never (ever) spoke of forever.

Spiritus Rector

Can you feel the salt...
Can you see the lead...
Turn to dust for what we've eternally bled

Decay, my son
My daughter
My flower
My utmost beautiful love
Let me lay you to rest
Let me give you to death
Your remains shall be cremated
Your remains shall be transmuted
To fire and to air,
To water and to earth.

Catharsis you shall achieve.
Putrefaction you shall overcome.

Fire was never meant to cleanse
It was meant to blacken, to cremate
And so everything shall pass away, transcend into its ashen forms
Led by the Spiritus Rector, to drift there whence it came from
Ascend, salt to sand...
Ascend, lead to gold...
Ascend, gold to rust...
Turn to dust all that we've known, all that we've been
Turn to dust all that has been
Take away all my sin, take care of my kin.
I'll give the world their heir
He'll inherit the guilt, he'll inherit the will
I'll give you a heir
Take away and take care.

Decay, my beloved
It is time for you to leave
My son...
My daughter...
My lost...
My love...
To fire. To water. To air. To earth.
Fire you shall see, water you shall breathe, air you shall keep, earth you shall be.

11/01/2016

Detox

...and after everything has burned to ash
And another part of me has finally been laid to rest
It's about time to deconstruct, to reconstruct my new skeleton
It's about time to get rid of all the shit, to fix all the bricks in my crumbling dwelling.
Still it's dwelling inside of my head
Still I sometimes believe I'd be better off dead
But it's not anymore like it was before, at least not in this very moment
So let's start it off with a mending, rearranging the rocks
It is time to detox.

Detox
I have been breathing red forever since I can remember
I have been deifying death for even longer than breathing red
Detox
I putrefied from the inside out
Blackblooded / (detox)
Blackhearted / (detox)
Blackminded / (detox)
Blackborn.

You've let me rest on my deathbed, sleeping in snow...

O', Mother of Dreams
It is I
Would you let me enter your realm tonight?
O', Mother of Dreams
It is I
Would you grant me shelter in your paradise?

Protect me from my nightmares, just for tonight
Let me breathe purity, let me lose myself in the sky this time
Put serenity back in my twisted soul
Pull the cancer out of my lungs
Show me the trees from which I hung.

...you've let me rest on my deathbed, slowly gaining control.

Detox
I have been breathing red forever since I can remember
I have been deifying death for even longer than breathing red
Detox
I putrefied from the inside out
Blackblooded
Blackhearted
Blackminded
Blackborn.

I once abandoned love, I once abandoned hope
All that was left of me, were my death throes.
I once abandoned love, I once abandoned hope
All that was left for me, were my death throes.

You shall now be cleansed of your impurity.

I awaken on my deathbed, talonhearted and emptyveined.
Detoxicated, living, breathing purity
Mother of Dreams, thank you for your kindness, for your love
Mother of Dreams, thank you for your trust, for your love.

10/22/2016

Was so los ist

Da ich gerade hier sitze und mich inspiriert fühle, euch mal so zu beschreiben, was so los ist, werde ich nun genau das tun. Dies wird für Leute, die sich hier nur die Songtexte durchlesen und danach wieder verduften, uninteressant sein.
Für die restlichen 1-2 Menschen, die sich noch unregelmäßig hierher verirren (Hey, Melli - grüß Itzi von mir), ist es vielleicht nicht ganz so langweilig. Vielleicht.
Ich poste nicht mehr. Ja, das ist richtig. Ich führe diesen Blog nicht mehr so, wie ich es am Anfang tat und mir zwischendrin immer wieder vorgenommen habe. Mittlerweile plane ich auch nicht mehr, das wieder zu ändern. Ob sich da etwas tut, wird nur die Zeit zeigen.
Oder der Zeit, wenn man Alice Through The Looking Glass kennt.
Meine Songtexteschreiberei hat für mich in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen. Anfangs war es lediglich ein reiner Zeitvertreib, ein Test, wie gut ich mit Worten umgehen kann, um meine Meinungen zu verpacken. So ähnlich, wie es eben auch in den Blogeinträgen hier der Fall war. Daneben existierten 2 Bands, erst Memories Corrode, dann Marked With Ruins. Das war eine gute Zeit. Allerdings habe ich gemerkt, dass ich meine Songtexte alleine musikalisch umsetzen möchte. Ich habe eine bestimmte Vorstellung, wie meine Texte musikalisch begleitet werden sollen. Allerdings möchte ich nicht von Mitgliedern meiner Band verlangen, das zu tun, was ich möchte. In einer Band sollte jeder seinen Teil der Kreativität mit einfließen lassen. Somit war eine Band einfach nicht das Richtige für mich. Meine Songtexte sollen anders umgesetzt werden, so, wie ich sie im Kopf habe. Dort sind schon um die 15 Songs komplett fertig. Mit Drums, Gitarren, Bass, Vocals, Keys, Samples. Mit allem. Allerdings nur da.
Zudem verfolgen meine Texte ein Konzept, sie erzählen eine Story. Mit Ashen Structure ist nun das zweite Album einer Trilogie textlich fertig gestellt, die Texte des ersten Albums habe ich bereits in einem anderen Post zusammengefasst und inhaltlich kurz erläutert. Das erste Album wird auf den Namen What Makes Us Deny hören. Das zweite, welches im Gegensatz zu WMUD den inneren Konflikt des Protagonisten vertieft, wird auf den Namen Death Grip hören. Gerade in diesem steckt sehr viel persönliches, auch im Namen. Das Konzept dafür entstand zum Großteil zu einer Zeit, in der ich dem Tod kontinuierlich sehr nahe war. Zwischen den beiden Alben wird es eine EP namens Pulse geben. Die Arbeiten am dritten Album The Alchemist werden beginnen, wann auch immer mich die Lust dazu überkommt, anzufangen.
Nach Abschluss dieser Albumtrilogie wird eine Konzept-EP mit dem Namen Ossuary geschrieben werden, welche 5 Songs umfasst. Diese wird inhaltlich nichts mit der Alchemy Trilogie zu tun haben.
Was die musikalische Umsetzung angeht.
Ich werde viel lernen müssen.
Denn ich werde alle Instrumente selbst einspielen und die gesamte Soße selbst abmischen.
Das ist der Plan, und er ist eisern.
Des Weiteren stecke ich mittlerweile tatsächlich in einer Ausbildung. Ich lerne, wie man mit Kindern Sandburgen baut und sie in die Ecke stellt, wenn sie einen nicht beim Uno gewinnen lassen. Kurzum, ich lerne Erzieher.
Meine Gedankenströme sind nicht versiegt. Ich fühle mich nur nicht mehr dazu motiviert, sie in Blogeinträge zu packen. Hier wird in den nächsten Monaten nicht mehr kommen als die Texte des dritten Albums und einer Trackliste/Reihenfolge des zweiten Albums.
Wer das nicht verfolgen möchte, alles Gute.

10/12/2016

Ashen Structure

There is nothing left inside I could relate to anymore, it seems like
After breaking a thousand times, my heart is harder than before (my talonheart)
I disconnected the dots before the lines were to damaged
The raw intensity of my grief has completely vanished
Where there is love once there was hate
Where there is joy once there was pain
But though I know I just cannot relate.

With all these miles in front and all this mess behind me, I'm standing my ground resolutely.

It may try to stop me
It may try to break me
But it will never bring me down, down, down on my knees again.
It burned away my flesh
And ground my bones to ash
But this ashen structure will serve as my new skeleton.
It feels so unreal, I doubt the strength I feel.
But fuck it, I won't let doubt stop me now, no, never again.
Never again?, ok - fuck what I've said.
These intentions are choking slipknots around my neck.
What a shame it'd be to asphyxiate shortly after regaining my faith.
So listen up, Laneor: for now, I won't go down, leave behind the ground and take you out!

Do you still remember the Thaumaturgist?
The thorn in your side, the one to resist?
You may have thought you've killed him, but you've just set him free
And at this very moment, his insanity/essence is merging with me.

(Un)reality fades away
(For the first time), I'm seeing (un)clear through bloodshot eyes (SEWN SHUT), I see the future
- your demise -
Only one of us will make it out alive, and no matter how it ends, I'll exist forever.
(Maybe) I'll always be alone, (maybe) I'll always be on my own
I'll break the rules, I'll twist the fate --
(I don't know how, but) I'll manipulate...

...so there is nothing left inside I could relate to anymore, it seems like
After breaking a thousand times, my heart is harder than before (my talonheart)
I disconnected the dots before the lines were to damaged
The raw intensity of my grief has completely vanished
Where there is love once there was hate
Where there is joy once there was pain
But though I feel I just cannot relate.

A second of transcendence (OPEN YOUR EYES)
Bright colours embrace me -- (CLOSE AGAIN) - black.
Tsukuyomi, take me away --
-- Shinigami, be my warden --
Let me face this evil one more day.

It is still pulsing inside me.
I am still bleeding out sec by sec.
It is still pulsing... convulsing... catastrophic, cataclysmic.
But with my exhumed strength and all these miles in front me I'm stepping forward
Entering the void.

Decay

It's been the same for months, it's been like this for years
I'm neither getting out of nor away from my fears
Even worse, some of 'em became phobias
And I can't help it, I think I'm dying.

I've spent a thousand nights with these thoughts
And since I've started, I can't stop counting them anymore
All these years, it has stained my cognitive processes
Can't chalk up the slightest trails of success

This mind seems to decay like the newborn of a loveless host.
This mind seems to decay like the flowers at the end of summer.
Never caressed but by the hands of time, I'm giving way to this emptiness inside my mind.

Walking through the frames of my life
Became a welcome burden since you joined my side
You took my hand and held me close
And even though I love you, I have to ask...
If my mind decays completely, will you still guide my hand as I cut my own throat?
Please hold my hand, please guide the knife and bring me home.

O dear, can't you see the schizophrenia?
Witness the irony, witness the trauma
This life, this condition threatens to defeat me
Every tiny step I take against the storm pushes me back another inch.

This mind seems to decay like the newborn of a loveless host.
This mind seems to decay like the flowers at the end of summer.
Never caressed
But by the hands of time
The emptiness defiles.

As I walk through the frames of my life
I walk through the flames of my life.
It became a welcome burden since you joined my side
You took my hand and held me close
And even though I love you, I still have to ask
If my mind decays completely, will you still guide my hand as I cut my own throat?
Please hold my hand, please guide the knife and bring me home.

As I walk through the frames of my life
I walk through the flames of my life.
Another night is lost...
Another night alone...
Another night is lost...
Another night is gone.

6/14/2016

Ocean Drinker / Hellkeeper

"Beyond the end of life, the end of all things one venerated
One may find discordance. One may find revelation. One may find absolution --"
-- I FOUND MY PURPOSE --
"...beneath the discordance, the chaos, the ashen structure,
One may even find clarity.
Purity."
-- I FOUND MY --

Dead and cold
Chaos inside
Awaiting the descent, drinking tide after tide.
Numbed by the deafening beating of the ocean's heart, I tear apart
With me, you too shall die, survivors of the genocide.
What I'm sure of is the fact I can not be trusted - not even by myself.
I'm not sick of everything that surrounds me anymore
I'm just so sick of being me.

In the blink of an eye, I breathe in the sky, drink the oceans dry
Deliver the blight.
I am the all-embracing absorption, existing in voracious distortion
Consuming all light, draining all life.

Clarity --
-- Transcendence
Tsukuyomi, take me away
-- SET ME FREE OF THIS DEMON --
Deliver me from this evil

I am on fire
Outside my inside
Twist my reality, turn back my time because I've lost (I'm losing) myself in its grip.
Let me pass into the sphere of transcendence, bring me omniscience to set it up to the flame
The cycle shall begin anew
Return the flame to the place we once knew, to the time we once lived in
To the creature we believed in --
-- THE BLINK OF AN EYE I DRINK THE OCEANS DRY --
I think it's taking control again, please help me to --
-- DELIVER THE BLIGHT / DRAINING ALL LIFE --
-- reach sanity again, tell me where did I (lose my mind) went astray from the path
Where did I lost the match?

Enlighten my burning mind
Somehow drain this evil -- LIFE --
Tsukuyomi, take me away
Deliver me from this evil--

The evanescening sanity seems to overflow. Once again, time stands still and unveils a grotesque scenario, visible inside their minds for all the survivors of the genocide, as well as for Gideon.
The brutally flourishing, beckoning existence, unknown to them as Laneor, manifests atop of a eternally growing pile of bones. Countless familiar faces to every single one, contorted in the cruel moment of dying, their very bodies diffused all over the pile.
As it grows, Laneor begins to writhe, while evolving into an astral form. Descending, on its way to the deepest of hells, a creature approaches from the shadows, having lurked there for a period of time beyond aeons. The creature, only visible for split seconds, carries a scythe on its back, millions of runes, faces and lives engraved on its blade, mirroring the mere terror in the creature's face. A face apparently shaped by death itself in one of its darkest, sanguinariest hours. Teeth, as long as skyscrapers; eyes, as red as cankerous blood.
At the sight of the Hellkeeper - Laneor flees, ascending to the heavens whence it came from. The vision ends abruptly, forcing the survivors back to reality.

...experience tranquillity.
For a second, lay down your arms, the horror's gone.
Be prepared for vengeance, as it is coming our way.
Insane I was, insane I will be.

5/31/2016

Koma

Und wieder einmal wird alles schwarz.

Es ist einer dieser Tage ohne Sinn
Alles scheiße, alles dreckig, und ich steck' bis zum Hals drin.
Feierabend, sitze rum und alles hat keinen Zweck
Nachrichten, Anrufe, Voicemails - ich klicke alles weg.
Und obwohl ich weiß, dass das Koma mir nicht hilft, gebe ich nach
Empfange es mit offenen Armen.
Ich werde schwach und plötzlich schlägt alles um
Die Mauer bricht und Trümmer reißen mich zu Boden.

Schwärze verschlingt mich.
Koma umgibt mich.
Farbenblind und geisteskrank.
Koma umgibt mich.

Ich wache auf, alles ist zerbrochen
Durch die Scherben meiner Taten bin ich auf Knien gekrochen.
Doch bisher, trotz aller Wunden, hab' ich nichts gelernt
Durch meinen Blutverlust nur einen Schritt vom Koma entfernt.
Dieser Teufelskreis, er frisst mich auf.
Meine Seele brennt, mein Körper ertrinkt,
Meine Psyche wird erdrosselt und mein Ich versinkt.

Schwärze zerreißt mich.
Koma erstickt mich.
Schwärze frisst mich auf.
Koma weidet mich langsam aus.

Ich werde weiterkämpfen, bis nichts mehr übrig ist, was kämpfen kann.
Ich werde nicht still stehen bleiben, solange es mein Herz nicht tut.
Ich werde weiterkämpfen, ich werde nicht still stehen.
Fick dich Koma, es ist Zeit für dich, zu gehen.

4/21/2016

Noch ein Tagebuch eines Erziehers

Zweiter Eintrag.

Ein Dialog zweier Fünfjähriger mit Randnotizen.

Zwei Kinder (nennen wir sie Lena und Amelie) befinden sich in der Gruppe und wollen etwas aus ihren Bechern trinken. Jedes Kind hat einen eigenen Becher, auf dem der Name steht. Auf einigen Bechern sind zusätzlich noch Zeichnungen der Kinder. So auch auf Amelies Becher.

Amelie gießt sich ein.
Amelie: "Das hier ist mein Name und das Symbol von meinem Papa seiner Arbeit." (Saarland, why) *zeigt auf ein aufgemaltes Haus auf dem Becher*
Lena (heiter, beiläufig): "Mein Papa ist tot." *trinkt*
Eine Pause entsteht. Niemand hustet.
Amelie (irritiert, zögerlich): "Aber der hat sich doch bestimmt nur totgestellt bestimmt." *trinkt*
Lena (heiter, entschlossen): "Nein, der ist tot. In echt. Aber ist seine eigene Schuld!" *trinkt, spült den Becher, geht im Garten Fangen spielen*
Amelie zögert.
Verlässt den Raum.
Geht im Garten mit Lena Fangen spielen.
Immer locker bleiben.

2/28/2016

Malice

As predicted, the knife was way too sharp, the wounds are far too deep
And now I'm bleeding out the poison you've poured in my black veins for so long
Though I know that it won't deplete my shattered heart completely
I still focus on the process of bleeding

I've been crucified, I've been impaled
I've been devoured by flames
But nothing you can do me will break my adamant will.
I've slit my wrists, I've cut my throat
A thousand times, a thousand more to go
But nothing I can do to me will break my one-man-entity.

Oh I am sure that the ghosts will see me...
Oh I am sure that the ghosts will lead me...
Far away from home, feeling detached and alone
Always waiting for that one moment of clarity
The clarity of my will illuminating my path
The stairs towards the long forsaken gate.

Consider this: even the smallest, empty piece of paper
Turns into a page if you write a story on it
So picture, the piece of paper was you and tell me which story you'd prefer to tell.
A monumental epos of war, death and demise?
A legend about greed, hate, envy and spite?
Shut up for a second for I don't give a fuck, you've taken too much and are out of luck.
There will be a point in my life, where every story I write will have
Nothing to do with you
And then you're just the gap between chapter one and two.

Nothing, it will have nothing to do with you.
There will be just a blank piece of paper for you're just a fucking piece of shit
You will be just a burning piece of paper, lit with a hateful spit.
I am spitting flames to watch you fade.
I will melt your essence to nought.

I've been crucified, I've been impaled
I've been devoured by flames
But nothing you can do to me will break my adamant will!
I've slit my wrists, I've cut my throat
A thousand times, a thousand more to go
But nothing I can do to me will break my adamant will!

Oh I am sure that the ghosts will see me...
Oh I am sure that the ghosts will lead me...
Far away from home, feeling detached and alone
Always waiting for that one moment of clarity
The clarity of my will illuminating my path
To reclaim the state beyond the long forsaken gate.

2/24/2016

Tagebuch eines Erziehers

Erster Eintrag.

Spiele Uno mit Max. Mit 5 Karten. Mische, teile aus. Werfe einen Blick auf mein Blatt. Solide. Drei mal  +2, eine +4, eine blaue 7. Erste Karte: blaue 2. Läuft bei mir. Max will anfangen. Ich grinse höhnisch in mich hinein. Max legt eine blaue 4. Zack!, blaue 7, Max legt blaue +2. Kontere mit gelber +2, Max legt eine rote +2. Kontere erneut mit gelber +2, Max zieht. Legt eine blaue +2, kontere diese erneut mit einer smoothen roten +2 aus. Kriminell. Sage "Uno!", Max legt eine rote 8. Ich lege grinsend meine letzte Karte, die +4. BÄÄÄÄMMM, weggefetzt die dumme Sau. Max sagt "das gibt's doch gar nicht!" Schaue ihn an und zische "doch. Bei Roller." Max sieht mich an und sagt "na klar, bei Roller!"
Sieg auf der ganzen Linie.

2/19/2016

Ansichten eines Erziehers

"Ein Sturm zieht auf", sage ich grimmig und werfe einen mindestens ebenso grimmigen Blick gen Himmel. Fürwahr, er ist gänzlich von schwarzen, zerrissenen Wolken bedeckt, die jegliche Aussicht auf schönes Wetter im wahrsten Sinne des Wortes sofort zunichte machen. Die Bäume biegen sich bereits unter den Böen, Kleinwüchsige versuchen verzweifelt, gegen den Sturm anzukämpfen. Ich beobachte das Schauspiel... und muss beinahe lächeln. Denn dies, dies war mein Moment. Denn "ein Sturm zieht auf" war einer dieser Sätze, die ich schon immer mal hatte sagen wollen. In etwa so wie "ich bringe diese Kinder jetzt in Sicherheit!" oder "dazu müssen Sie erst an mir vorbei!". Ich genieße den Moment, atme ihn regelrecht ein, um mich für immer daran zu erinnern. Es fühlt sich gut an, eines meiner Lebensziele ist somit abgehakt.
"Gehen wir dann heute nicht raus?"
Ich höre die Worte, erinnere mich an den kleinen türkischen Jungen neben mir und kehre in die Realität zurück. Ich wende den Blick vom Fenster ab, als mir ein dreijähriges Mädchen auf die Hand niest und ihren Naseninhalt dabei strategisch über meinen Handrücken verteilt. Während ich ein Taschentuch nehme, drehe ich mich um und sage: "Nein, Azad. Heute nicht. Ich habe doch grade gesagt, es ist stürmisch draußen."
Soviel zum erfüllten Lebensziel, denke ich mir.

2/01/2016

Interlude: State of Mind

Standing in front of the juggernaut
No excuses
What about the blame?
Either take it or give it to me
You've pictured yourself in a safe place
While there's nowhere left to run
With your back against no wall because there is none.

Face the avalanche that is your...
Face the avalanche that is --
Face the avalanche that is our...
Face the -- your (our) -- consequence.

1/28/2016

Lady Winter...

I still remember the days I died,
I see it as clearly as there was nothing else inside.
Inside the mess I call my own head
And again, after years, I'm laying here on this deathbed.

Cause I have been deluded and felt so empty longer than I can remember
I wrecked the fragile walls that held my kingdom together for far too long
I took the step over the ledge, I cleaved my wings and learned to fall
The flames atop reached out for me, clenched my body and burned me to ash
The hounds below rent me to shreds and broke my spineless neck.
Nothing, no one, nowhere around me
But everything, everyone, everywhere inside.
By now the shores of time consumed many more of my anchors, many more than before
Dear, listen to the call of the tides, they're satirizing, they're mocking me to submerge again
While the soul choir sings...

Do you remember the time you died,
Do you remember all the feelings you've ever kept inside?
Will you ever stop to miss what you have never known,
Will you ever stop to miss what you have left forlorn?
My answer is...

Lady Winter, I hope you're listening this time
I may have burned out, but I'm rekindling inside
If only you could see, if only you could feel
The inner need to quit has never been this real
On the other hand, despite of all the pain
I'm growing stronger than ever before, I won't be washed away, I'll hold on to the shore.
I'm walking on the thin line between reality and illusion, between truth and delusion
To admit - the answer is no. I will forever miss what I have never known.

I still remember the days I died,
I see it as clearly as there was nothing else inside.
Inside the mess I call my own head
And again, after years, I'm laying here on this deathbed.

Let me rest on my deathbed, watch me sleeping in snow
Let me rest on my deathbed, slowly gaining control.

1/07/2016

Soul Choir

I hear the call of the tides
I hear the beating of the ocean's heart...
I hear the call of the tides
I hear the beating of the ocean's heart...

All aboard the sinking ship, abandon the shore
There's enough room for all of us as the rats left long ago
By now it is too late to turn your back on me, accept your fate and we'll submerge eternally.
Can you hear the soul choir sing its bitter symphonies?
Symphonies beyond all hope for redemption and remedy
While we descend and succumb into the endless shallow, exhale one last time
Now you're all mine.

I heard that you've been yearning for a piece of blue
While you're still holding your breath, realize, see what surrounds you
And as you start to drown, the blackness sinks in, the blackness you tried to dispel within
The pulse of the ocean's heart engulfing you, dissolving you
It's filling the hole inside you, the emptiness you tried to fight for all your life

All aboard the sinking ship, abandon the shore
There's enough room for all of you as the rats left long ago
By now it's too late to turn your back on me, accept your fate and we'll submerge eternally.
While the soul choir's singing its bitter symphonies
Symphonies beyond all hope for redemption and remedy
While we descend and succumb into the endless shallow, exhale one last time...
You're mine...

All the lives thrown to the foot of my throne
All the lives I've swallowed whole
Countless lives, countless creatures, please enqueue, I won't notice you

11/16/2015

Colourblind / It Dies In Me

Look at what I have created, look at what I have done...
Look at what I have created, from the spoiled, the diseased, the sickened origin.

Dig me out, I'll tell you a story about what it's like to be heartless and numb
To be dragged into the grave from the inside out
For I know, I know for sure as I have lived and died
More times than you'll be able to imagine
I once unleashed a beast, forlorn my peace
Either way, dead or alive, it takes away pieces of me, of what I am
Or, to be honest, of what I claimed to be, of what I tried to be
I've lost myself to this disease
This pulsing chaos deep inside of me
This tidal wave engulfing my beliefs in everything, in everyone
I swore I'll never succumb to this but right now I'm forced to run.

Colourblind, I'm trying to find the answers to all the questions surrounding me
All the colours around once scared me, I feared to drown inside them
And right now I cannot see them anymore.
I'm just wishing...
I'm just yearning...
I'm just screaming for eyes to see.
Lead me to truth, give me a reason to fight this sanguine around me
This emptiness inside me.

My inner blackness has faded at least, but for what? Not for a golden age...
...nor for sanguinity, but for a sanguine view through eyes sewn shut.
Even the thaumaturgist won't be able to help me now, as he became insane
Before he met his fate - Laneor took his life away
Though he knew, he welcomed it with open arms
He chose to reach immortality by the hands of death.

Colourblind, I'm trying to find the resistance to all the borders breaking me
All the colours around once scared me, I feared to drown inside them
But right now I cannot see them anymore.
I'm just longing... for you...
I'm just yearning... for a piece of blue...
I'm just screaming for eyes to see.
Lead me to revelation
Lead me to truth, give me a reason to fight this sanguine around me
This emptiness inside me.

This pulsing chaos... deep inside of me...
This pulsing... convulsing... catastrophic... disease...

10/22/2015

Talonheart

Years ago, I've been told to move, move step by step instead of holding on
Years ago, I've been ordered to create, create bit by bit instead of degrading it
You are so right, old friend, this is how we meet again
I followed your instructions by my own rules, and though you're not the cure
And there's no one to blame, I'm still keeping the heart's remains.

The king has died, his blood was shed, and his corpse buried under six feets of regret
His soul was reaped by the mist creature - and soon after lost in naught.
The broken memories,
The exiled parts of our carved hearts still remain in the back of my brain
My first notions faded, cells degenerated, I focused at everything that I've ever hated
Painting pictures, shaping figures of all I despise
Promising myself that nothing, ever, will touch my rebuilt heart again
Forming a barrier around it, which shall remain until my end.

Life may have left me with nothing but broken bones,
Life may have left me with nothing but a burning soul
But keep in mind that I've evolved and...
I'll cut off your fingers and pierce your hands
If you ever try to crush my talonheart again.

Look - all is said, all is given, we were dead before, but I have risen
I've been set up to the flame, nearly devoured completely,
But at the very last second reminded myself of the fact that a new chapter's begun
Nothing more, nothing less.
So...
Instead of rewriting the prologue, let's skip the main part and read the ending first
Choking on a lore of lies, feeding all the pain and shame to...
Choking on a lore of lies, feeding all the pain and shame to you.
Choking on a lore of lies, watch it gouging out your eyes, watching me bleeding dry.
You said that I'm my own maker...
...I realized - I tend to be our uncreator. This is our final chapter.

Life may have left me with nothing but broken bones,
Life may have left me with nothing but a burning soul
But keep in mind that I've evolved and...
I'll cut off your fingers and slit your throat
If you ever try to crush my talonheart again.

You said that I'm my own maker...
...I realized - but I tend do be your uncreator. This is your final chapter.

10/20/2015

Laneor (Eyes of Terror)

I killed the creature made of mist and hate and greed and selfishness
With its severed head in my hands, I violate its negative
I ripped apart its heart in a state of complete consciousness
And took away all the aspects you will - I promise - never miss
It became another blood stain on the wall, another victim of my violence
A memory that never will be memorized again.

Though I was held in the back of your head, though you tried to swallow me so many times
At least I am freed,
Your mental wall crumbled enough to let me slip through its cracks, and...
So we meet again,
Again where you left me so many years ago
It seems like you didn't miss me at all and instead tried to replace me with this one?
What a pitiful attempt to get rid of me, well at least you tried, but nevermind
- Leave it behind -
Say goodbye to your inner peace, as now I'll begin to rip apart your self.

I am Laneor
I took the mist creature away.
I am Laneor
I took the mist creature away.

Your biggest mistake was trying do deny me
As I'm your final form, your being and you're nothing more than nothing without me
All these years you held me down, I fucked your head down from its deepest depths
The funniest thing is, you'd be better now if you'd accepted me back then
There was never black, there was never white, and now all that's left is sanguine
Your unavailing endeavours to escape my untamed insanity
Have finally come to an end as you stand before your vanity.

I am Laneor
I lacerated all there was.
I am Laneor
I am unending.
I am Laneor
I saw a thousand hells before.
I am Laneor
I am pure evil.

Forget all you've felt before, the end of your life is nearer than before
Look in the cold, dead eyes of your mist creature and realize what you've done
You condemned your biggest figure to death by my bare hands
Its dreary essence drains away, it was never black, it was never white
It's always been like all that's left now -- sanguine as your world will be.

8/19/2015

Sickened Mindset

Pathetic scum
Poisoning the world with your hatred
Evaporating your sickened mindset in social media
Befouling this country, the upright ones with shame
For your incompetence to show humanity.
I know that I won't change the cause with this
And I fear I won't change the consequence
It pisses me off so hard to watch you live your life in wastage, while
Judging and spitting on defenseless souls from your shallow thrones
You disgust, you disgust, you disgust me
And once again I wish to tear apart my heart
Cause all the feelings you raise are still way too much for the likes of you.
Reviling them for their destiny, insulting them as blight or parasite
You're sitting upon the peak of your failures
All the problems you've got.
I know that I won't change a thing with this
And I fear nothing will change your mind
As corrupted souls are so easily harvested with the foolishness' scythe.
Filth
Mark these words
The day will come, and with it we'll come for your throats, your foul hearts
Scum
Better run while you still can
The day will come, and with it we'll come for your throats, your foul hearts.

6/17/2015

Parfümgedanken

Auf meinem Weg zum Bahnhof gings noch weiter, da hatte ich mein Ziel schon fast erreicht. Während ich die Brücke über den Gleisen überquerte, kam ich an einer jungen Frau vorbei, ich schätze sie mal so in meinem Alter, also Anfang 20. Es war ein schöner Tag, ich war gut gelaunt, und auf einmal, zehn Meter vor ihr, roch die Luft so komisch. Drückend, süßlich. 5 Meter vor ihr wurde es noch schlimmer. Aufdringlich, wie eine Wand aus Hello Kitty und Koks. Als ich direkt neben ihr vorbei ging war es wirklich geradezu unerträglich und mir hat es kurz die Luft geraubt.
Parfüm.
Wieso.tut.ein.Mensch.das. Wieso! Wo ist der Sinn beziehungsweise, wie tun sie das überhaupt ohne selbst zu ersticken? Ich weiß es nicht! Schampunieren die sich unter der Dusche mit dem Scheiß ein oder was, und drücken sich davor schön ne fette Korknasenklammer ins Gesicht damit sie den Geruch nich bemerken. Is ja auch Schwachsinn, dann müssten sie ja tot umfallen sobald sie die Klammer abnehmen. Was ich viel mehr befürchte is, dass sich das steigert. Von den normalen 1-2 Spritzern, je nachdem, bis in ekstatischen Parfümmissbrauch. Gefühlt hatte die alte echt nen halben Flakon Christina Aguilera drauf oder was weiß ich das sein sollte. Grauselig. Verstehe nicht wie man daran Gefallen finden kann. Manche Menschen riechen eben einfach nicht gut, das ist klar. Dabei sprech ich jetzt nicht von Schweißmief, sondern einfach vom ganz eigenen Körpergeruch. Hab auch 1, 2 Bekannte die ich absolut nicht riechen kann, literaly. Aber ich mag sie. Anfangen mit ihnen könnt ich trotzdem nichts. Könnte ich selbst nicht wenn es Damen wären. Aber die Damen in meinem Umfeld riechen sowieso alle toll. Heh.
heh.
heh.
Jedenfalls mal meine zwei Cent zum immer schlimmer werdenden Parfümmissbrauch, mir passiert sowas in letzter Zeit immer häufiger. Ist ja schon schlimm genug im Einkaufscenter an so nem Douglas oder was weiß ich vorbei zu gehen, aber da kann man sich ja wenigstens drauf vorbereiten, 20-30 Meter lang einfach nicht zu atmen. Solche zivilen Angriffe in der Öffentlichkeit kommen dann doch immer noch ne Spur hinterhältiger daher. Wir verstehn uns.

Sexshopgedanken

Ich wohne in der Nähe eines, nein sogar zweier Sexshops. Eben nicht im nobelsten Viertel der zugegebenermaßen auch nicht nobelsten Stadt. Aber das ist okay.  Im Umfeld dieser Sexshops, die sich witzigerweise genau gegenüber liegen, befindet sich auch meine Bank. Ebenso der Bahnhof. Jetzt war ich neulich auf dem Weg zum Bahnhof und musste davor noch zur Bank, eben um meine gloriose Reise auch finanzieren zu können. Da geh ich mir also mein Geld holen, um es der deutschen Bahn in den Rachen zu drücken, mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Musste dazu an den Sexshops vorbei. Einer davon scheint mir mehr auf Dessous und so weiter ausgelegt zu sein, wobei der andere nur eine Ansammlung obskurer Schmuddelfilme zu sein scheint. Weiß ich nicht.
War noch nie drin.
Wirklich.
Jedenfalls.
Während ich schon fast unbeschadet an besagtem Schmuddelfilmverkaufsgeschäft vorbei bin, treten auf einmal drei Gestalten raus, ganz offensichtlich zusammengehörig. Jedenfalls wurde munter geschnackt, das Schaufenster bestaunt und auch einiges an Plänen besprochen, die mit eben diesem Thema zu tun hatten. Und zwar nicht die Art Pläne, die ich von anderen Menschen hören möchte. Da ich eben nicht umhin kam diese Menschen wahrzunehmen, die genau in mein Sichtfeld traten, hab ich sie flüchtig betrachtet.
Und nunja, was soll ich sagen. Es sind eben nicht die Menschen bei denen es mir noch ein dreckiges oder angenehmes Grinsen bescheren würde, wenn ich mir denn vorstellte, was sie da so treiben. Um es anders zu sagen.
Sie waren abstoßend. Ein dicker Herr mittleren Alters mit schäbiger Halbglatze und in schmutzigem Unterhemd, eine untersetzte jüngere Frau und eine ebenso untersetzte dicke Frau, ebenfalls mittleren Alters. Nich so die Menschen die man sich jetzt beim Sex vorstellen würde, wenn man dies denn überhaupt täte. Uargh.
Auf meinem weiteren Weg zum Bahnhof webte ich den Gedanken ein wenig weiter und lies die anderen Male Revue passieren, die ich an diesen Lädchen vorbei ging. Und mir kam nicht eine Person in den Sinn, die da raus kam, und eben nicht schäbig aussah. Nicht eine einzige. Drum frag ich mich seitdem, warum kommen eigentlich immer nur solche Gestalten aus Sexshops? Warum immer nur so Typen und Tanten, bei denen mir insgeheim schlecht wird beim Gedanken daran, dass auch die ein Sexualleben haben? Warum kann da nicht mal genau vor meinen Füßen eine scharfe, kurvige, blonde 26-jährige rauskommen? Dabei geht es nich darum dass sie jetzt noch nen riesigen Dildo oder sonst was unterm Arm hielte, nein. Aber wieso, wieso zur Hölle seh ich immer nur die letzten Assis aus diesen Läden treten? Zum einen denke ich mal, es liegt natürlich an der Stadt und auch der Location des Ladens. Aber zum anderen vermute ich, und das kann ich nun mal leider nicht bestätigen, da ich wie gesagt noch nie da drin war, dass die soziale Unterschicht sich von sowas wesentlich stärker angezogen fühlt. Vielleicht einfach aus Langeweile. Oder der Einfachheit der Gehirnstruktur, will heißen, dass sie außer der Handlung in Pornofilmen (Alarm, Alaaaarm!) einfach nicht viel mehr verstehen würden. Überlastet werden. Grade von so Filmchenläden eben. Das Geschäft gegenüber, der Dessousshop, sieht sogar recht anständig aus von außen. Hübsche Frauen und knackige Kerle im Fenster, was auch immer. Aber das is echt sowas - warum kommen aus Schmuffelfilmlädchen immer nur Gestalten raus, die niemand sehen will? Oder zumindest ich nicht. Ich rätsele immer noch.

4/29/2015

Of Hopes and Dreams

Every once in a while, I realize:
All that "I'm-over-it"-bullshit I'm trying to tell myself's a lie
And everytime it rips my heart apart a little more than before,
So I deny it, and wave goodbye to you another time.
Though I keep telling myself, that it would be the last time,
I can never, ever, let go of the prudish line that is my memory.
Will there ever be a remedy to my eternal self-consumption?
And though I stopped believing in redemption long ago,
I never bow my head, I never let it take control of me,
I just, I just submerge for a second; inhale your face, your eyes, your hair, your smile.

Ours may be to read the signs
Ours may be the stars to align
But I choose, I chose long ago
My own path as long as I live this life.

Instead of just giving up, instead of giving in to it
I let the beauty of the past wash away the pain of the present,
Just, just for one second; I touch your face, kiss your lips, hold your hand and then
Succumb to the reality again, I fucked it up beyond all hope of amendment
Well, I guess that's just the way it works, this game of hard decisions.
I'd just like you to know, that I'll never let go, I'd never pull back my hand
If you'd need me to help you with whatever it was,
This is no love song, just a promise to never give up.

Ours is, to read the signs
Ours are the stars to align
But I'll turn around and dig a deep hole instead
Just to prove that my decision's not just a phantom in my head.

This may be the last time I wave goodbye to you
Or maybe not, I'll never know if I don't give it another try.

4/07/2015

Drenched In Memories

I still remember the father reaching out his hands for me and holding me tight.
The warm safety of a beloved person stuck to my heart and never let me loose.
Even now, years later, I still keep looking back
With a smile in my eyes and a tear on my mind
But I always wondered if he will remember me too when his time runs out.

The place you took me, our little shack in the woods
Surrounded by green, breathing the blooming life around it, tasting the air
As the dusk consumed the day, we used to sit side by side
But as the dusk consumes your final day, I'll be watching you from above
The charming, pale hands of the father grabbed my neck and held me close
And as the charming hands of the pale father will grab your neck, I'll dance in the stars.
I'll dance into heaven, finally...
...forever comatose. The bleak desolation of our former home,
I mark it with ruin. The forest greys as I descend from my ashen throne.
I only hope that you will remember the day you left me scared and betrayed
Upon the ground, bleeding out; amidst the place I once called home
The cold grip of reality, hidden alongside the path of deceit you were walking on,
With me in your arms and on your mind, your entire life.
Forever comatose.

I still remember me reaching out my hands for the father of lies, beckoning his ascension
The warm blood dripping from my body, aspersing the ground of the woods
The forest whispered to me, the night consumed my entreaty for redemption
But as the years cracked the scars, again and again, as I died night by night
All the blood from my heart rinsed my will in the earth.
My undying rage, undescribable grace
I locked my hate up in the earth and I swallowed the key.

Forever comatose.

3/17/2015

Vanity (Nothing's for Free)

We're all the same
We're all the same
We're all born with nothing, covered in blood and pain
Bare skin, ingenuous mind, until the day we cross the first line
Leaving behind our gift, our childhood; growing up to young men and women
Like snowflakes, no matter what differs one from another
Deep inside we're still all the same
Faced with the same questions
Faced with the same fear
What am I doing here, and why, why am I here, amidst all of this?

They say nothing's for free, well my information's different
Loneliness, emptiness, indigence, a low life - you'll achieve all of this with doing nothing
Sympathy, defeat and shame, the first price of the faineance-game - aside vanity
Do you really want to leave this world just like you entered it - with nothing in your hands?
Without legacy?

Some may be running all their way to the top
And some may be running head first into the void
But I'd rather do latter instead of just running out of time
Running out of possibilities, chances
Get up on your feet, save a chance for yourself
Instead of waiting for a miracle or somebody else to bring you where you want to be,
Where you belong.

"The forgotten son will finally take his place next to the firstborn one."

1/17/2015

Vorratsdatenspeicherung... und Seife

Hey liebe Leute, lieber Leut, liebe Leutin; ja alte Scheiße. Seit den Anschlägen in Paris sind nun ein paar Tage ins Land gezogen, der Brandanschlag auf die Hamburger Morgenpost liegt nun auch schon ein Stück hinter uns, und, naja was soll ich sagen, es kam wie es kommen musste. Unsere Politik stützt sich, ja sie stürzt sich nun förmlich auf diesen Vorfall, um uns mal wieder ihr Lieblingsthema aufzutischen: die Vorratsdatenspeicherung. Genau, die Vorratsdatenspeicherung, die wir alle vor zwei Jahren schon so dermaßen scheiße fanden, dass wir sie alle ganz unbedingt nicht haben wollten. Oder so in der Art eben. Aber nun, da ist ja wieder ein ganz offensichtlicher Bedarf an totaler Überwachung da. Tote Journalisten, zwei Geiselnahmen, tote Geiseln, eine tote Polizistin.. und ich seh de Maizière nur vor mir, wie er sich an den Nippeln rumspielt und denkt "ach perfekt, dann können wir ihnen endlich wieder diese dumme Scheiße aufdrücken, lol". Jetzt wird es uns so verkauft, dass die Vorratsdatenspeicherung für unsere eigene Sicherheit ja vollkommen unabdinglich sei. Denn klar, wenn alle Daten der dann ex-privaten Kommunikation gespeichert und zugänglich für die Spionageabteilung Sicherheits-(oder welche auch immer genau)Abteilung unserer Regierung werden, dann ist ja klar, dass solch schreckliche Anschläge garantiert verhindert werden können.
Hehe, ja, is klar. Denkste? Biste anscheinend als Kind in ein Fass Bier gefallen wie Obelix in den Zaubertrank. Glaubt aber denk ich sowieso nur der erzkonservative, naive Teil unseres Landes.
Jedenfalls, nein. Die Vorratsdatenspeicherung gibt es in Frankreich schon lange genug, sodass man diesen Anschlag hätte verhindern können, wenn sie denn wirklich so nützlich wäre. Darüber hört man aber seltsamerweise nichts, denn das wäre ja ein Beweis dafür, dass die Vorratsdatenspeicherung eigentlich nur eine Einschränkung unserer Privatsphäre ist - um von Wegnahme gar nicht zu sprechen - und überhaupt nichts garantiert.
Freunde, selbst wenn es eine Sicherheit gäbe, das ist doch kein Kompromiss. Die Überwachung einer Gesellschaft, nur um ein paar Wahnsinnige davon abzuhalten, Amok zu laufen. Habe ich einen besseren Lösungsansatz, wird sich jetzt der ein oder andere bestimmt fragen. Nein, habe ich nicht. Aber ich sehe den Fehler in dem bereits vorhandenen Ansatz, und der würde uns alle betreffen. Und mal Hand aufs Herz, wollen wir das? Willst du das? Dass der Staat mitlesen kann was du deinem Freund für Nacktbilder schickst, oder mit deiner Frau schreibst? Reicht ja schon dass facebook alles mitliest. In England sieht die Lage ja noch behinderter aus, da will Cameron im Falle einer Wiederwahl Ende-zu-Ende verschlüsselte Nachrichtendienste verbieten lassen. (Für alle die es nicht wissen, das betrifft dann sowas wie WhatsApp, wo eben niemand außer dir und dem Besitzer des Handys und somit Accounts, wo deine Nachrichten ankommen, selbige lesen kann.) Das is natürlich gemeingefährlich. Ja, sicher. Und der nächste, einzig sinnvolle Schritt, wenn in diesem Schema argumentiert wird, ist die Abschaffung des Postgeheimnisses. Denn wenn man so will ist ein Brief auch ein Ende-zu-Ende verschlüsseltes Medium. Zumindest wenn man das Gesetz achtet.

Als kleinen Zusatz hab ich noch etwas.. nun ja, man kann sich drüber streiten, ob es lustig, traurig, oder gerechtfertigt ist. Aldi Süd wurde wegen muslimischen Mitbürgern verklagt, da sie eine Handseife im Angebot hatten, auf welcher im Hintergrund - und nun haltet euch fest, vor allem wenn ihr Muslime seid - ein Minarett abgebildet ist.
Ja.
Menschen fühlten sich davon in ihrer Religion beleidigt, dass auf Seife ein Minarett abgebildet ist. Denn die profane Nutzung von Seife beleidige ja die Großartigkeit der Religion und setze diese somit herab. Die einzige Frage ist, warum war ein Minarett auf der Seife? Weil sie vom Geruch her einen orientalischen Touch haben soll (heißt auch "Ombia 1001 Nacht"). Und ich frag mich einfach, in welcher Welt leben wir eigentlich? Soll ich jetzt McDonalds verklagen, weil auf der BigMac-Verpackung irgendwann mal ein Brandenburger Tor abgebildet war? Naja.
Solltet ihr zu einem davon ne Meinung haben, würde ich mich riesig freuen, sie zu lesen. Bis dahin, haut raus. Cheers.

1/08/2015

Terror

Und wieder einmal wurde ein abscheuliches Verbrechen begangen. Auch wenn ich mich normalerweise bei solchen in der Öffentlichkeit heiß diskutierten Themen raushalte, will ich nun doch mal meine Meinung dazu kundtun. Fall Charlie Hebdo, in den Räumen dieser französischen Satire-Zeitschrift wurden 12 Menschen bei einer Schießerei getötet. 11 weitere wurden verletzt, 4 schwer. Die schwer verletzten sind nun außer Lebensgefahr. Immerhin. Die Zeitschrift war wohl des öfteren in die Kritik geraten, weil sie Mohammed- und Islam-Karikaturen veröffentlichten.
Und nun sind 12 Menschen deswegen tot. Wegen Karikaturen; wegen freier Meinungsäußerung, die, das gebe ich zu, zwar in einem streitbar geschmackvollen Rahmen stattfand, jedoch bleibt es dabei, dass es sich lediglich um freie Meinungsäußerung handelte - ein Gut, welches JEDEM von uns zusteht. Dass die Anschläge von radikalen Islamisten verübt wurden, muss man ja dann wohl nicht mehr dazu sagen. Der Vollständigkeit halber wollt ichs doch nicht unerwähnt lassen.

Also
Es ist eine ziemliche Gratwanderung, finde ich. Alleine die Formulierung, meine Formulierung, sie seien wegen der Karikaturen getötet worden, klingt irgendwie unschön. Auf der einen Seite denke ich mir ja klar, hätten sie diese Karikaturen für sich behalten oder am besten niemals gezeichnet und ihre Zeitschrift anderen Themen gewidmet - dem Christentum zum Beispiel, obwohl ich mich nicht darüber informiert habe, ob da von Zeit zu Zeit auch christliche Karikaturen zu finden waren, sag ich ganz ehrlich. Und jetzt, nur um es direkt abzustellen, ich will auch nicht behaupten, dass der Islam eine Religion der Gewalt sei - und das Christentum nicht. Der Koran, und darüber muss man nicht diskutieren, kann an einigen Stellen sehr wohl so gelesen werden, dass er zu direkter und absoluter Gewalt gegenüber allen Ungläubigen aufruft. So wie die Herren des IS sich das nun auslegen und als Vorwand nehmen, um fröhlich alles und jeden in ihrem Weg zu ermorden. Jedoch steht die Bibel dem Koran in diesem Punkt stellenweise um nichts nach ("So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben." (4. Mose 31,17-18)). Somit möchte ich mich direkt mal gegen den Vorwurf erheben, ich würde den Koran herabwürdigen. Jedoch behaupte ich einfach mal, dass sich Christen nicht aufgrund einiger Karikaturen oder biblischer Grausamkeiten formieren, organisieren und wild morden - zumindest nicht in diesem Ausmaß, wie es radikale Islamisten tun. Dabei steht die Betonung, ebenfalls sehr wichtig, auf dem Wort radikal. Ein Islamist an sich ist nichts böses, ein Islamist ist lediglich ein dem Islam... unterwiesener. Ein Islamist ist nicht mehr und nicht weniger als ein Christ, ein Buddhist oder ein Taoist, er hat eben nur eine andere Religion. Das darf man nicht verwechseln oder mit radikalisierten Islamisten gleichsetzen, jedoch merke ich - bzw habe das starke Gefühl - dass dies mittlerweile immer häufiger vorkommt, sozusagen zur Gewohnheit wird. Man hört Islamist, oder noch schlimmer, Moslem, und denkt an langbärtige Bombenleger, deren Frau zuhause in einer Burka (ich entschuldige mich falls dies nicht die richtige oder eine inakzeptable Schreibweise war) angekettet am Herd steht. Und das darf nicht sein. Ein falsches Bild wird uns mittlerweile immer häufiger, wenn auch subtil, eingeprägt; und wenn das so weiter geht, stehen die Moslems irgendwann genauso beschissen da wie die Juden damals. Dann werden die Moslems nicht mehr als die bösen Ausländer mit anderer, zwangsläufig gewalttätiger Religion sein, und irgendwelche geistig behinderten Vollspacken werden anfangen, Muslime auf der Straße zu erdrosseln. Ein perfekter Kreis.
Jedoch klingt die Formulierung, die Reporter seien wegen der Karikaturen getötet worden, auf der anderen Seite wie eine Schuldzuweisung. "Hätten sie diese Karikaturen nicht veröffentlicht, wären sie noch am leben! Idioten!", höre ich schon jemanden schreien. Jetzt nicht unbedingt am Stammtisch, aber ich höre jemanden. Auf der Heimfahrt habe ich mir darüber viele Gedanken gemacht, habe auch im Radio ein Gespräch zwischen einem Muslim und dem Moderator angehört. Und deswegen mag mir die Formulierung nicht so recht schmecken. Obwohl sie ja auf einer Seite natürlich zutrifft. Hätten sie die Karikaturen nicht veröffentlicht, wären sie wohl noch am leben. Trotzdem ist es doch wohl nicht ihr Fehler, dass radikale, bzw zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vielleicht einfach streng Gläubige, sich davon dermaßen provoziert fühlen, dass sie eine solche Tat begehen (oder sich eben radikalisieren, vielleicht auch in den Dschihad ziehen, das ließe sich endlos ausweiten). Denn hier sind wir wieder am Anfang - bei der freien Meinungsäußerung. Natürlich eckt jeder der ne Meinung hat und die auch noch frei äußert, irgendwo an, natürlich passt jede Meinung irgendjemandem nicht und pisst, gerade wenn man diese an die Öffentlichkeit trägt oder sie in dieser diskutiert, wahrscheinlich auch noch sehr viele Menschen an. Oder mehr als an. Aber verdammte Scheiße nochmal, es kann, es darf doch nicht sein, dass man sich dann auf einmal in der Position eines ja noch nicht mal direkt Betroffenen - es wurde ja nicht über Moslem X und Moslem Y gelästert, es war einfach eine Karikatur über deren Propheten - zu so einer Grausamkeit hinreißen lässt. Es kann doch nicht sein, dass so etwas immer noch vorkommt, das hat doch nichts mit Gottes- oder Prophetenverehrung zu tun. Auch diese ganzen IS-Psychos, die im Namen Allahs, im Namen des in ihren Augen Schöpfers aller Menschen, Menschen umbringen, nur weil sie anders denken als sie... das muss mir mal jemand erklären wie eine so perverse Ansicht es überhaupt in die Köpfe von denen schafft. Für den Schöpfer der Menschen Menschen zu töten. What in the fucking world?! Mir kann auch keiner damit argumentieren dass es ja Gotteslästerung wäre, auch wenn es das in manchen Fällen natürlich ist. Scheiß doch auf die Gotteslästerung! Wenn ich mich mit einem God is a gay woman Shirt in eine katholische Kirche stelle, dann werde ich auch nicht von allen Seiten mit Kruzifixen abgeworfen. Bzw wette ich, es würde Monate, Jahre wenn nicht gar Jahrzehnte dauern, bis ich dann mal auf einen Christen stoße, der dermaßen radikalisiert ist, dass er mir glatt ein Loch in die Stirn schießt. Das glaube ich nicht.
Ich will hier jetzt auch nicht "meine Religion ist besser als eure" spielen, denn ganz ehrlich, Religion ist auf der einen Seite was furchtbar schönes, wenn sie z. B. kranken oder armen oder auch vollkommen "normalen" Menschen einen Halt und Trost und Frieden und was weiß ich alles gibt; wenn es dann jedoch daran geht, wer den "besseren" Gott hat, ich sage auch immer gerne den besseren imaginären Freund, es dann wieder ans große Schlachten geht - dann ist Religion was grausames, unendlich dummes. Und sämtliche Gewalt die im Zusammenhang mit so etwas altehrwürdigem steht, natürlich zusätzlich zu sämtlicher anderer Gewalt, sollte komplett, komplett wegfallen. Denn wenn da ein paar Vollidioten kommen, auf ihrer Religionsfreiheit beharrren, die sie sich auslegen können wie sie wollen (bzw das Buch), und dabei das Recht der Meinungsfreiheit mit Füßen treten, als sei es weniger wert - dann ziehen wieder ein paar Arschlöcher einen Riesenhaufen Menschen, und in diesem Fall deren Glauben in den Dreck. So wie es damals die Nazis mit Deutschland getan haben.
Hier findet ihr noch ein paar Cartoons in Gedenken an Charlie Hebdo.
Hier findet ihr einen "Ticker", ist zwar eine Seite, die ich nicht mag, aber hey.

R.I.P. Team Charlie Hebdo

1/07/2015

Ein wenig Geschreibsel zum warm werden

Hallo und herzlich willkommen auf diesem Blog. Schön, dass du den Weg hierher gefunden hast, denn hier war sehr lange Zeit wenig bis nichts mehr los. Umso mehr freut es mich, dass du da bist, und ich hoffe, du nimmst dir vielleicht sogar ein wenig Zeit - entweder dabei, das hier zu lesen, oder ein paar deiner Lieblingsposts, falls du denn welche hast, nochmal durch zu gehen. Vielleicht warst du aber auch noch nie hier, vielleicht ist das ein zufallsbasierter Erstbesuch. In diesem Fall, auch dir ein herzliches Willkommen.
Für Kenner dieser Seite mögen das seltsame Worte sein, jedoch bin ich momentan ein wenig emotional, nachdenklich und in Redestimmung. Nachdenklich und in Redestimmung bin ich zwar meistens beim Schreiben der Posts gewesen, die Emotionen gingen die meiste Zeit, wenn denn überhaupt, eher in Richtung wütend bis in gefährlicher Rage. Denn sämtliche anderen Emotionen, wie zum Beispiel die, aus der dieser Blog entstanden ist - Trauer -, sind Zeichen von Schwäche und werden eben deshalb gerne mal verdrängt. Denn wer gibt schon gerne eine Schwäche zu? Vor anderen. Tust du das gerne? Würdest du inmitten einer Gruppe Menschen, egal ob Fremde oder Bekannte, noch eher Fremde, anfangen können zu weinen ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie du denn nun wohl für die anderen aussiehst?
Oder vor dir. Gestehst du dir gerne Schwächen ein? Reflektierst du dich selbst, kannst du das überhaupt? Kann das überhaupt jemand überhaupt? Versucht es überhaupt jemand überhaupt ernsthaft? Ich behaupte zumindest von mir, es zu tun und es auch - manchmal - zu beherrschen. Aber wer nimmt sich in seinen ruhigsten oder dunkelsten Stunden schon gerne Zeit dafür, ehrlich zu sich selbst zu sein und Schwächen gegen Stärken abzuwägen? Nur wenige, würde ich mal behaupten. Womit wir wieder beim Anfangspunkt wären - dem Verdrängen unliebsamer Gefühle und Gedanken. Gedanken wie, hey für 2014 hattest du dir vorgenommen, mehr zu bloggen. Das ist jetzt zwar nichts schlimmes, aber ich seh mir dann meine Posts an - na super. So wenige wie noch nie. Und was ich fühle, ist bittere Enttäuschung.
Ich will das nicht dramatisieren. Aber kennt ihr das Gefühl, wenn jemand von euch enttäuscht ist? Das Gefühl, wenn ihr jemanden, den ihr mögt, wirklich enttäuscht habt? Und wisst ihr, wie scheiße es ist, von sich selbst enttäuscht zu sein? Mit Sicherheit. Wenn ihr das nicht kennt, euch noch nie selbst enttäuscht habt - und im Idealfall auch keinen anderen - dann habt ihr meinen größten Respekt. Und dann, ganz ehrlich, bin ich auch nicht mehr über Neid erhaben. Denn das Gefühl der Enttäuschung ist meiner Meinung nach das Bitterste seiner Art.
Ich bin im Moment ein wenig betrübt, nein, ich bin meistens ein wenig betrübt. Nicht weil ich nicht genug gebloggt habe und nicht weil es mir an etwas fehlen würde. Sondern ich denke, ich befürchte, dass mal wieder die Vergangenheit zuschlägt. Jetzt zum Jahreswechsel wird allen Menschen bewusst, dass sie etwas zurücklassen - eine Zahl. Und dann kommt man mehr denn je ins Grübeln über vieles, oder gar alles und jeden den oder das man zumindest in diesem vergangenen Kapitel verloren hat. Bei mir wären das viele, teils sehr gute Freunde, bei denen es mich sehr traurig stimmt. Ich hatte sie gewonnen, einen guten Kontakt, eine Vertrauensbasis aufgebaut, und jetzt sind sie weg. Einige haben mich einfach sitzen lassen und ich weiß nicht mal wieso. Auch meine ehemalig gute Freundin Amélie musste ich dieses Jahr für immer hinter mir lassen. Der Brief, den ich ihr geschrieben habe, kam zwar an, hat jedoch nichts geändert. Eine Woche später ungefähr bekam ich in facebook eine Nachricht von ihr, dass ich sie bitte auf ewig in Ruhe lassen solle. Jedoch ist das in Ordnung, denn sie hat sich so viel Mühe gemacht, es ist eine wunderschöne, lange Nachricht voller schöner - und leider auch schlimmer - Erinnerungen. Es ist einfach ein Abschied, wie er unserer Freundschaft würdig ist. Auch wenn ich mir im Nachhinein wünsche, dass es diesen Abschied nicht geben müsste. Vieles habe ich mir selbst auf die Kappe zu schreiben, und vieles auch nicht. Mir ist mit der Nachricht klar geworden, dass sie nicht keinen Kontakt mehr will, um mich zu verletzen, sondern um sich davor zu schützen, wieder von mir verletzt zu werden. Denn das ist leider die klarste Erinnerung, die mir bleibt, wenn ich an unsere wunderbare Freundschaft zurück denke. Dass ich mir etwas, jemanden; jemanden den ich so sehr, so sehr geliebt habe (ich habe dieses Mädchen mit jeder Faser, jeder Sehne meines Körpers geliebt - wie eine Schwester, eine beste Freundin, eine Seelenverwandte) praktisch selbst genommen habe. Dies wird mich noch lange Zeit verfolgen, und das ist einer der Gründe weswegen ich schwermütig bin. Schuldzuweisung. Sich selbst die Schuld an etwas geben. Es ist etwas anderes, sich seiner Schuld in einer Sache bewusst zu sein, und sich die Schuld an einer Sache gezielt zu geben. Denn auch, wenn ich genau weiß, an welchem Teil des Scheiterns unserer Freundschaft ich und an welchem sie Schuld war, so ist da doch diese eine, kleine Stimme in meinem Kopf, die sich von Zeit zu Zeit zu einem riesen Ungetüm aufbäumt, und mir ganze Nächte nimmt. Schuldzuweisungen, die auf nicht existierenden, sinnlosen Gründen basieren, absolute Übertreibungen, einfach um mich (ohne es zu wollen!) dafür zu bestrafen, dass ich sie verletzt habe. Das kann und das werde ich mir nicht vergeben.
Eine weitere Person, die ich dieses Jahr verloren habe, war meine Ex-Freundin. Gut, ich habe mich selbst dazu entschieden und ich bereue dies nicht, jedoch habe ich während der Beziehung mehr denn je zuvor erfahren, was es heißt, sich Schuld zuzuschieben, sie regelrecht über Umleitungen und versteckte Tunnel zu sich umzuleiten, einfach damit man einen Schuldigen hat und Konflikte lösen kann. Ich will darauf nicht näher eingehen, jedoch hat auch dies bei mir Spuren und Risse hinterlassen, die meine temporären Schuldzuweisungen bezüglich Amélie auf ein ganz neues Level setzen.
Mein FSJ hat ebenfalls geendet. Viele Menschen habe ich dadurch zumindest aus den Augen verloren, wenn auch die meisten nicht ganz. Aus dem Sinn ist keiner von ihnen, da sie alle über das Jahr ein Teil meines Lebens wurden. Einige wurden auch ein Teil meines Herzens, und viele davon werde ich heute wiedersehen. Wahrscheinlich in dieser Konstellation zum letzten Mal überhaupt.
Abschiede sind etwas schwieriges, finde ich. Jedoch lässt sich die Schwere dadurch herabsetzen, dass man sich schon vorher bewusst macht, dass es einen Abschied geben muss und wird. In vielen Fällen wollen wir das nicht wahr haben, aber am Ende bleibt nur der Abschied. An jedem Ende steht ein Abschied, und wenn es der eigene ist. Ebenfalls mindern kann man den Kummer dadurch, dass man sich der schönen Zeiten erinnert. Wenn dies denn möglich ist. Denn, wenn jeder Versuch eines schönen Gedankens den bitteren, bleiernen Beigeschmack von Enttäuschung, Schuld und Verletzung trägt, dann findet man auch leider in Erinnerungen keinen Frieden.